Team Gerolsteiner 2008
Gerolstein - Eigentlich wäre es ein Grund zum Feiern gewesen, denn vor genau 10 Jahren begann das zunächst noch sehr bescheidene Engagement der Firma Gerolsteiner im Profi-Radsport, das sich zu einer großartigen Erfolgsstory entwickelte. Mit einem interessanten Film-Rückblick ab dem Rennjahr 1998 wurde die diesjährige Team-Präsentation in Gerolstein eröffnet. Trotz der herrlichen Szenen und Bilder von den vielen Siegen , wollte in der großen Firmenhalle des Mineralwasser-Herstellers jedoch keine rechte Stimmung aufkommen, denn das Ende der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Gerolsteiner steht zum Ablauf des Jahres endgültig fest. Team-Chef Michael Holczer, der sich mit bewegten Worten bei Gerolsteiner bedankte, zeigte sich jedoch zugleich sehr zuversichtlich, als er erklärte " Es laufen seit Monaten Gespräche und Verhandlungen, in die nun auch die Vermarktungsagentur Sportfive eingebunden ist." Insider gehen fest davon aus, dass die bisherige Gerolsteiner-Mannschaft 2009 auch mit neuem Namen zum Kreis der namhaften Pro-Tour-Teams zählen wird. Noch läuft die Sponsorensuche und für die Saison 2008 hat man sich deshalb besonders viel vorgenommen: "Bei den Frühjahrs-Klassikern hoffen wir, dass Davide Rebellin und Fabian Wegmann unsere Erwartungen erfüllen", betonte Holczer, der bei den Rundfahrten vor allem auf den jungen Allrounder Markus Fothen setzt. Sprint-Ass Robert Förster, peilt nach Tagessiegen beim Giro und der Deutschland-Tour heuer einen Tour de France-Etappen-Sieg an und macht daraus kein Geheimnis:" Ich glaube die Zeit ist nun reif dazu", sagte er entschlossen. Ein großes Fragezeichen steht allerdings hinter Stefan Schumacher, der mit seinen privaten Eskapaden nach der WM erneut für recht unliebsame Schlagzeilen sorgte. Der WM-Dritte, der sich seinen Amphetamin-Befund nach einem Autounfall unter Alkohohleinwirkung selbst nicht erklären kann, war von den Medien als Interviewpartner dicht umlagert. Der 26-jährige Nürtinger versicherte vor laufenden Kameras immer wieder: " Das hat mit Doping nichts zu tun. Ich bin ein sauberer Sportler". Sollte "Schumi" doch noch suspendiert werden, wäre dies für das Team Gerolsteiner ein schwerer Schlag und eine weitere sehr große Belastung bei der ohnehin schwierigen Sponsorensuche. Aufgrund der noch ungewissen Zukunft war man bei der Verpflichtung neuer Fahrer sehr zurückhaltend. Neben Stefan Schreck, der von T-Mobil kam, erhielten mit dem Schweizer Mathias Frank (21) und dem Italiener Francesco de Bonis (24) zwei sehr junge und viel versprechende Talente ihren erstenProfivertrag. Wie bei allen Team-Präsentationen seit 2006 wurde auch in Gerolstein das leidige Thema Doping angesprochen:" Wir sind weiterhin bereit, alles nur mögliche zu tun und zu unterstützen um damit für einen sauberen Radsport zu kämpfen", versprach Michael Holczer, der abschließend ein sehr optimistisches Fazit zog: ""Wir schicken eine gut aufgestellte und eingespielte internationale Truppe mit 25 Fahrern in die Herausforderungen der Saison. Vor allem unser Potential für die großen Eintagesrennen ist sehr beachtlich!"