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Interview mit Andreas Zentara dem „Bahnchef“ am Reichelsdorfer Keller:

Zentara
Zentara mit Jan Ramsauer
Seit März 2005 ist Andreas Zentara erster Vorsitzender beim  „Verein-Sportplatz“  und damit Bahn-Chef am Reichelsdorfer Keller. Der Mut und der Elan des 50-jährigen Nürnbergers, der nicht aus der Radsportszene kam, wurde von Insidern zunächst sehr zurückhaltend kommentiert. Andreas Zentara ist es jedoch sehr gut  gelungen, den  harten Kern des kleinen Vereins zu optimaler Mitarbeit zu motivieren und den Rennbetrieb auf der traditionsreichen Piste erfolgreich fortzusetzen. 
Frage: Als vor knapp drei Jahren der langjährige Vorsitzende Anton Auer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr als 1. Vorsitzender kandidierte, haben Sie  dessen Amt als „Bahnchef“ übernommen. Haben Sie diese Entscheidung inzwischen bereut?
Zentara: „Nein bereut habe ich das nie. Im Gegenteil, ich bin auch nach meiner dritten Renn-Saison selbst  überrascht, wie gut es bei uns am Keller läuft. Seit Mai 2006 standen neben den traditionellen Mittwochabend-Rennen pro Jahr jeweils fünf große Renntage der Steher, darunter eine Deutsche Meisterschaft und zwei Bayerische Meisterschaften auf dem Programm. Alle Veranstaltungen waren gut besucht und die Radsportfans kamen voll auf ihre Kosten.
Frage: In der über 100-jährigen Geschichte des „Verein-Sportplatz 1903“ sind sie der erste Bahnchef, der nicht aus der Radsportszene kam. War es deshalb für Sie nicht besonders schwer, den umfangreichen Sportbetrieb zu leiten?
Zentara: In den ersten Wochen war mir schon etwas mulmig, denn ich war selbst nie Radsportler. Bei der Abwicklung und der Terminierung der Rennen und bei der Verpflichtung von Fahrern und Schrittmachern habe ich jedoch mit unserem 2. Vorsitzenden Horst Brom und mit Schrittmacher-As Dieter Durst zwei alte Hasen an meiner Seite, die diesen wichtigen Teil der Arbeit perfekt  erledigen.
Frage: Daneben bleibt aber noch eine Menge weiterer Arbeit bei der Instandhaltung, der Bahn, der Wartung der Motore und mit der Verwaltung der Gaststätte. Wie schaffen Sie das neben ihrer beruflichen Tätigkeit?
Zentara: Als selbständiger Unternehmer kann ich meine Arbeitszeit etwas flexibler gestalten, sonst wäre es mir nicht möglich, nebenbei die vielen Aufgaben für den Verein zu erledigen. Ich bin ja täglich am Reichelsdorfer Keller. Die Rennbahn ist schon fast mein zweiter  Betrieb und wie in einer kleinen Firma arbeiten unsere  Mitglieder auch emsig und zuverlässig mit. Sie alle tun das ehrenamtlich und mit  großer Begeisterung für den Radsport. Im Verwaltungsbereich sind Horst Brom, Kurt Eber und Karl Stingl und Peter Edelhäußer unermüdlich im Einsatz. Bei den Großveranstaltungen unterstützen uns auch unsere Ehefrauen, die für unser Hobby sehr großes Verständnis aufbringen, und zahlreiche freiwillige Helfer.
Frage: In den letzten Jahren gab es kaum einen Defekt an den zwölf  schweren Schrittmachermaschinen. Halten Sie die Motorräder, die beim Training und im Rennen sehr stark beansprucht werden, mit regelmäßigem teuren Kundendienst in Schwung?
Zentara: Nein, dafür geben wir keinen Cent aus. Mit Horst Dietrich, Johannes Fuchs und Dieter Durst haben wir drei großartige Motor-Freaks im Verein, die viel Zeit dafür opfern, dass alle unsere Maschinen optimal laufen.
Frage: Von den geplanten fünf Rennen dieser Saison  fielen zwei wegen Regen aus. Sind Sie deshalb sehr enttäuscht und ergab sich damit auch ein finanzielles Problem?
Zentara: Enttäuscht war ich schon, dass zwei Rennen ausfielen. Vor allem das letzte wäre mit internationaler Top-Besetzung ein echter Knüller gewesen. Andererseits will ich nicht jammern, denn wir hatten seit 2006 sechzehn Rennen ohne Regen. Rennausfälle bringen natürlich einen Verlust mit sich, doch unsere Finanzen sind gut geordnet und wir können das verkraften.
Frage: Sie mussten im Winter auch eine größere Summe für die Renovierung der Rennbahn-Gaststätte ausgeben. Wird sich das rentieren?
Zentara: Ja, langfristig auf jeden Fall. Die Familie Stoica, die seit fünf Monaten die Gaststätte führt, ist ein echter Glücksfall für den Verein. Die renovierten Fremdenzimmer sind gut ausgebucht und es hat sich herumgesprochen, dass man in unserer Gaststätte gut und preiswert essen kann.
Frage: Was sind die drei größten Wünsche  des Bahnchefs für 2009 ?
Zentara: Vor allem hoffe ich, dass der leichte Aufschwung im Stehersport anhält und dass weitere junge talentierte Fahrer nachkommen. Sehr gut wäre es, wenn zu unseren bisherigen Sponsoren noch einige hinzukämen. Ganz besonders wünsche ich mir, dass uns die fränkischen Radsportfans, bei denen ich mich herzlich bedanken möchte, weiterhin so treu bleiben wie bisher!                                                                                          Interview: Manfred   M a r r

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