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TEAM MILRAM „Back to Basics“

13.01.2010

Teamchef van Gerwen erwartet mindestens 15 Siege

milram

Bild: Hintere Reihe v.l.n.r.: Roger Kluge, Christian Knees, Roy Sentjens, Niki Terpstra, Wim de Vocht, Artur Gayek, Peter Wrolich, Sportleiter Ralf Grabsch Mittlere Reihe: Sportleiter Jochen Hahn, Markus Eichler, Dominik Nerz, Dominik Roels, Thomas Fothen, Matthias Ruß, Luke Roberts,  Linus Gerdemann, Gerald Ciolek, Sportleiter Vittorio Algeri Vordere Reihe: Sportleiter Christian Henn, Fabian Wegmann, Servais Knaven, Markus Fothen, Robert Förster, Paul Voss, Johannes Fröhlinger, Thomas Rohregger, Björn Schröder, Wim Stroetinga, Sportleiter Raoul Liebregts

 

Dortmund – Die Team-Präsentation der MILRAM-Protour-Mannschaft konnte im Pressesaal des Dortmunder Fußballstadions erst nach einer 30-minütigen Verspätung beginnen. Ein böses Omen für die 24 Profis, die 2010 das blauweiße Trikot tragen? Hoffentlich nicht, denn die Ursache, ein Kurzschluss, der die Lautsprecheranlage lahm legte, wurde schnell behoben.
Teamchef Gerry van Gerwen sprühte vor Optimismus, als er die zahlreichen Medienvertreter begrüßte. Sein Motto „ Back to Basics“ erläuterte er zunächst sehr ausführlich, wobei er erklärte, dass die Fahrer des Milram-Teams vor allem wieder mehr Spaß an ihrem sportlichen Einsatz haben sollten: „Ich denke, das ist die wichtigste Motivation für alle unsere Jungs“, betonte der eloquente Holländer, der dann jedoch auch sehr deutlich zur Sache kam: „Mit der Saison 2009 können wir nicht zufrieden sein. Unser Ziel 25 Siege zu erreichen, haben wir mit nur sieben Erfolgen deutlich verfehlt“, stellte van Gerwen fest, wobei er als Messlatte für 2010 mindestens fünfzehn Siege erwartet, plus einen Etappen-Sieg bei der Tour de France oder einen Tagessieg bei einem der Frühjahrs-Klassiker. Für die Mannschaft, die mit 16 deutschen Fahrern, drei Holländern, zwei Belgiern, zwei Österreichern und einem Australier in die neue Saison geht, ein klares Ziel, das jedoch nur schwer zu erreichen sein wird.
Noch größerer Druck als im Vorjahr lastet vor allem auf den Kapitänen Linus Gerdemann und Gerald Ciolek, die beide mit ihrer Bilanz 2009 nicht zufrieden sein konnten. „Ich hatte mir von der Saison 2009 selbst viel mehr versprochen, doch es gab leider mehrfach Probleme, die nicht einkalkuliert waren. Es lief einfach nicht wie gewünscht“, gestand Linus Gerdemann, der jedoch sehr optimistisch hinzufügte: „Umso zuversichtlicher sehe ich nun der neuen Saison entgegen. Ich bin sehr gut vorbereitet und mit meinem derzeitigen Leistungsstand sehr zufrieden. Ich bin inzwischen leistungsmäßig wesentlich weiter als im Vorjahr zur gleichen Zeit“.
Neu im Team sind die beiden Belgier Wim de Vocht (27) und Roy Sentjens (29), die vor allem bei den Frühjahrs-Klassikern als wesentliche Verstärkung gelten. Mit dem australischen Olympia-Sieger und mehrfachen Bahn-Weltmeister Luke Roberts hat man einen vielseitigen Allrounder engagiert, der als zuverlässiger Teamplayer vor allem die Sprinter unterstützen soll. Als „Mann mit ganz großem Potenzial“ beschrieb van Gerwen Roger Kluge. Der 23-jährige erfolgreiche Bahnspezialist soll künftig bei heißen Sprints für Ciolek als starker Anfahrer fungieren. „Ich sehe meine Zukunft nicht bei den großen Rundfahrten, denn  für schwere Bergetappen bin ich mit meiner Figur nicht
geeignet, doch bei Klassikern werde ich alles für die Mannschaft geben“, versprach Kluge, der in den Wintermonaten - so weit wie möglich - auch künftig Bahn- und Sechstagerennen fahren will.
Sehr bescheiden gab sich der erst 20-jährige Milram-Neuling Dominik Nerz, der U23-Straßenmeister des Vorjahres:“ Ich freue mich sehr, dass ich einen Vertrag bei dieser Pro-Tour-Mannschaft bekam. Ich weiß, dass ich nun in meinem ersten Profijahr noch sehr viel lernen muss.“ An guten Vorbildern wird es dem gebürtigen Allgäuer dabei nicht mangeln. Mit Servias Knaven der mit 38 Jahren seinen 16. Start bei Paris-Roubaix anpeilt und mit Peter Wrolich (35), der seit 2009 in Kernten auch  Präsident des Radsportverbandes ist, hat Dominik Nerz zwei besonders erfahrene Oldtimer an seiner Seite.
Trotz entsprechendem Optimismus, der bei Team-Präsentationen immer dazu gehört, war die Stimmung der Fahrer sichtlich gedämpft, nachdem die Bremer Nordmilch AG - als Hauptsponsor des Teams - erneut und definitiv den Ausstieg nach der Saison 2010 ankündigte. Am wenigsten schien diese Tatsache Teamchef Gerry van Gerwen zu erschüttern: „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es diese Mannschaft auch nach 2010 geben wird. Wir haben gute Fahrer und in Deutschland, dem Kernland Europas,  gibt es eine sehr große Radsportbegeisterung!“

                   Manfred   M a r r 

Fotos: M. Marr

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